Klima-Uhr aus über 300 Menschen – Zeit zu handeln!
6. Dezember 2009
Organisationsunabhängige Klima-Aktion der grassroots-Gruppe „my.climate-chance“

© Robert Kresse | ethic media
Wien, Samstag 5. Dezember 2009
Mehr als 300 Menschen demonstrierten Samstagmittag am Stephansplatz in Wien für den Klimaschutz. Sie formten zusammen eine riesige menschliche Uhr, die deutlich zeigt, dass es für den Klimaschutz 5 vor 12 ist. Dieser „Human Banner“ mit einem Durchmesser von 14 Metern zeigt deutlich, dass es für das Klima 5 vor 12 ist. Bei einer anschließenden Kundgebung äußerten sich verschiedene RednerInnen zum Klimawandel.
Am Samstagmittag trafen sich mehr als 300 Menschen am Stephansplatz in Wien, um dort einen so genannten „Human Banner“ zu formen. Die grassroots-Gruppe „my.climate-chance“ hatte zu der Aktion aufgerufen und stellte die anwesenden Personen so auf, dass es von oben betrachtet wie eine Uhr mit 14 Metern Durchmesser aussah, auf der es 5 vor 12 war. Mit dieser Aktion wird die Regierung aufgefordert, dass sie sich in Kopenhagen für eine weltweite Verringerung des Ausstoßes klimaschädigender Gase um mindestens 40 Prozent bis 2020 einsetzt. Dass dies für die EU absolut machbar ist, beweisen nicht zuletzt aktuelle Studien.
Am Montag beginnt in Kopenhagen die UN-Klimakonferenz, bei der die Regierungen über ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll verhandeln. Aus Sicht der Personen, die die grassroots-Gruppe „my.climate-chance“ gestartet haben, haben besonders die Industrieländer die Pflicht, sich in Kopenhagen energisch für ein gerechtes Klimaabkommen einzusetzen. Dies gilt umso mehr für Österreich, das im Moment Klimaschutz-Schlusslicht in Europa ist. Mit der „menschlichen Uhr“ vor dem Stephansdom wurde der eindrückliche Wunsch verschiedenster Teile der österreichischen Gesellschaft deutlich, dass Österreich seiner ethischen Verpflichtung zu mehr Klimagerechtigkeit gegenüber den Ländern des globalen Südens nachkommen muss.
So weist zum Beispiel Josefa Molitor-Ruckenbauer darauf hin, dass für die Menschen dort die Klima-Uhr schneller tickt. „Die Politik beschwört in Sonntagsreden den Willen zu Klimaschutz, bei den effektiven Taten fehlt dann aber der politische Mut,“ so die Koordinatorin der Kampagne „Klima fair bessern!“. Der Autor Klaus Werner-Lobo äußerte sich deutlich zum österreichischen Verfehlen der Klima-Ziele: „Dass Österreich in Europa Klimaschutz-Schlusslicht ist, ist eine bewusste und absichtliche Entscheidung der Bundesregierung, den Schutz der Profite von ein paar Großindustriellen wichtiger zu nehmen als unsere Umwelt, unseren Wohlstand und die Zukunft unserer Kinder.“
Die Aktion wurde von folgenden Organisationen und Firmen unterstützt: Klima fair bessern!, Muslimische Jugend Österreich, Vegane Gesellschaft Österreich, Global 2000, Indy Act, Greenpeace, Attac, futurefood, IG Fahrrad, Initiative Zivilgesellschaft, Tüwi, El Carracho, Ströck, ethic media
Über die grassroots‐Gruppe „my.climate‐chance“
Die unabhängige Gruppe „my.climate‐chance“ ist ein Netzwerk unterschiedlichster Personen und ist kein Teil einer etablierten NGO. Sie organisiert sich und mobilisiert weitestgehend über soziale Medien wie Facebook.
„my.climate‐chance“ will Menschen animieren ihre Chance wahrzunehmen, jetzt etwas für das Klima zu tun. Das Ziel des Netzwerks ist es, möglichst viele Menschen für einen bewussten Umgang mit dem Klima zu inspirieren.
Michael Hartl zur Aktion “5 vor 12″:
“Der Hintergrund für die heutige Aktion ist die am Montag beginnende UN-Klimakonferenz in Kopenhagen. Dort Treffen sich die Regierungen dieser Erde und verhandeln über ein neues Klimaabkommen.
Mit der Aktion heute fordern wir insbesondere die Regierung des europäischen Klimaschutz-Schlusslichts Österreich auf, dass sie sich in Kopenhagen für eine weltweite Verringerung des Ausstoßes klimaschädigender Gase um mindestens 40 Prozent bis 2020 einsetzt. Diese 40 Prozent einzusparen ist laut Studien absolut machbar. Die Notwendigkeit ist wissenschaftlich begründet. Also ist es nun an der Politik, den einzig richtigen Schritt zu setzen: Ein gerechtes, verbindliches und ausreichendes Klimaabkommen zu beschließen, das frei von Schlupflöchern und Atom-Energie ist.
Natürlich kann auch jede Österreicherin und jeder Österreicher viel zur Entlastung des Klimas beitragen. Die Ursache, warum wir hier in den Industrieländern deutlich mehr Rohstoffe verbrauchen als zum Beispiel die Menschen im globalen Süden, liegt in unserem Lebensstil. Den größten Einfluss haben unsere fleischlastige Ernährung, der Individualverkehr und die Art wie wir Wohnen. Einfache Punkte, die jede Person in Österreich sofort umsetzen kann: Fleisch und Milch-Produkte stark reduzieren oder gar nicht mehr essen, saisonal + regional und biologisch einkaufen, gerade in der Stadt Fahrräder und öffentliche Verkehrsmittel statt dem Auto benutzen und nicht alles kaufen, was einem die Werbung aufschwatzt.”
Weitere Infos unter: http://my.climate-chance.org und http://www.facebook.com/ethicmedia
Abgelegt unter: Sonderaktion


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1. Der oberste Umweltschütz&hellip | 6. Dezember 2009 um 21:32
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